Jäger und Sammler

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Ein Jäger ist auch immer Sammler. Ich wandere immer mit offenen Augen durch die Landschaft und freue mich über Fundstücke aller Art. Hier einige meiner Nordamerikanischen Schätze, die ich im südlichen Colorado bei der Jagd fand.

Es sind teils Paleo-Stücke (grobe Zackung oder simple Formgebung) teils ganz fein gezähnte, rasiermesserscharfe Ränder habende Messer der Ute Indianer.

In Nordkamerun jagte ich die letzten Jahre in einem unbesiedelten Gebiet nahe der nigerianischen Grenze. Wir mußten mehrere Tage durch die Savanne marschieren, um dorthin zu gelangen. Heute ist es dort lebensgefährlich, die islamistische Terrorgruppe Boko Haram unternimmt raids bis dorthin.
Der dort lebende Stamm der Mbum war nicht sonderlich fruchtbar und ist schon länger ausgestorben, ich fand vorislamische Friedhöfe, in denen nach Aussage meiner Träger die Bestattung im Hockergrab stattfand, und schaute bei den Pirschgängen auch immer nach den wunderschönen großen Reibeschalen aus Stein und den “Läufersteinen”, mit denen Grassamen etc. in den Schalen zerrieben wurden.
Meine Freude war groß, wenn ich wieder eine Schale entdeckte, oft schaute nur der typische runde Rücken heraus. Die Eingeborenen haben offensichtlich bewußt Granitsteine ausgesucht, die einen Buckel hatten – denn der sitzt fest im Boden; man kann dann sehr gut mahlen. Sie müssen die Schalen auch mit Absicht umgedreht deponiert haben.
Die Freude meiner Trägerkarawane hielt sich hingegen sehr in Grenzen – denn einer oder mehrere mit einem schnell gezimmerten Tragegestell hatte dann die undankbare Aufgabe, diese “Monster” über Tage heim zu unserem Fahrzeug zu schleppen…

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