Jagd in Frankreich

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Jagd in Frankreich

Jagd in Frankreich
Westpyrenäen-traumhaftes Jagdland
Westliche Pyrenäen

Jagd in Frankreich – Seit 25 Jahren jage ich in den französischen Pyrenäen und in Südfrankreich. Das französische Jagdsystem ist demokratischer als das Deutsche – mit allen Vor- und Nachteilen einer Jagd in Frankreich. (In Elsaß und Lothringen gilt noch ähnliches Recht wie in D.)
Übriges Frankreich:
Wenn man bejagbares Land besitzt, kann man es einzäunen und hat so eine “Chasse Privée”, wo man allein jagen kann.
Wenn es nicht gezäunt ist, wird es automatisch in der “Association communale de chasse” ACCA eingegliedert = enthält das zu der jeweiligen Ortschaft gehörende Land im Außenbereich.

In dieser hat jeder Jäger Jagdrecht, der im Ort ein Haus besitzt oder dem bejagbares Land im Außenbereich gehört. Dazu (und hier kommt der demokratische Ansatz stärker hervor) muß jede ACCA zehn Prozent Jäger aus dem Dorf aufnehmen, die weder Haus noch Land besitzen.
Wenn man sich nun in eine gute Jagdregion “einkaufen” will, kann die ACCA beim Hauskauf fünf Jahre und beim Landkauf sieben Jahre Wartefrist auferlegen, bis man Mitglied wird.
Nachteil ist natürlich, daß eine “Hege” von Hochwild, Gams- und Rehwild nur ansatzweise stattfindet. Jede ACCA kann aber von den Mitgliedern ihre eigenen Regeln – innerhalb der gesetzlich vorgegebenen – großzügigen – Jagdzeiten beschliessen.
Von der Departement-Jagdvereinigung werden nach Frühjahrs-Sommerzählungen des Wildes Abschußpläne erstellt, man bekommt über die ACCA dann Ursprungszeichen für Rehwild, Rotwild, Gams etc.
Ich bin Mitglied in zwei benachbarten ACCA, die ganz unterschiedliche Ansätze haben.
Eine ACCA erlaubt Gamsjagd nur von Anfang September bis Mitte November, danach nur noch Treibjagd auf Schwarzwild (gibt es satt – letztes Jahr wurden einhunderttausend Sauen im Departement Pyrenees Orientales gestreckt), Rehwild, Rotwild. Niederwild uneingeschränkt. Sauen dürfen NICHT bei der Pirsch, nur im Treiben gestreckt werden…
Diese Jagdgenossen sind hauptsächlich am Saubraten interesssiert und wollen nicht durch Gamsjäger “gestört ” werden.
In der anderen ACCA (Gamsbestand 700-800 auf 2.500 Hektar) darf man alles Wild während der gesamten Jagdzeit per Pirsch bejagen, Treibjagden werden wegen des unzugänglichen Bergmassivs nicht durchgeführt.
Schüsse fallen sicher mehr als in D. Treffer eigentlich weniger . Iinsgesamt sind die Jäger aber auch sehr um ihren Wildbestand bemüht.
Dann gibt es den Staatswald, ONF wo man geführte Jagden buchen kann (Muffel sehr gut in Carroux bei Beziers – siehe den Jagdbericht über Mufflon).