Fit bleiben

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Fit bleiben – Je älter man wird, desto mehr achtet man auf seine Gesundheit. Und – schön bequem ist ja die Einnahme von Pillen, um die Gesundheit zu erhalten.

Fit bleiben
Wurmfarn

Fit bleiben ist ein begehrtes Ziel. Besonders wenn ich mit amerikanischen Freunden/Kollegen zusammen bin, staune ich immer wieder über die Zahl der begeistert geschluckten Pillen, für die keine medizinische Indikation besteht.

In den vergangenen Jahrzehnten war der „Papst“ des Dogmas „Viel hilft viel“ Linus Pauling; der zweifache Nobelpreisträger predigte in seinem 1986 veröffentlichten Buch „How to Live Longer and Feel Better“ dass wir zusätzlich zur Nahrung eine hohe Dosis Vitamin C und andere Vitamine einnehmen müssten, um gesund zu bleiben und unser Leben zu verlängern.
Er versprach nun eine Verlängerung von zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren, selber nahm er 1992 noch morgens drei gestrichene Teelöffel reines Vitamin C (rund 12 Gramm), noch vor dem Frühstück in einem Glas Orangensaft aufgelöst, abends je eine Vitamin-E- und eine Vitamin- A-Kapsel, eine Super-B-Tablette sowie eine mit weiteren Vitaminen und Mineralien ein.
Immerhin wurde er 92 Jahre alt.
Zahlreich ist die Schar seiner Anhänger, die auch professionell die Vitaminkapseln vermarkten.
Inzwischen mehren sich aber die Studien – Metastudien mit zigtausend Teilnehmern – bei denen Zweifel an der Wirksamkeit – und sogar eine schädliche Wirkung der Vitaminüberdosierung gefunden wird.

Die jüngste Veröffentlichung wurde soeben in Springermedizin besprochen: Hier untersuchte J. Mursu von der Universität Ost-Finnland, das Verhalten und die Sterblichkeit von 41.836 US-Amerikanerinnen im Alter von 55 bis 69 Jahren.

Lediglich die Einnahme von Kalziumpräparaten senkte die Sterblichkeitsrate.

„Eisen, Magnesium, Zink und Kupfer, aber auch Folsäure, Multivitaminpräparate und Vitamin B6 brachten die Probandinnen tendenziell dem Tod ein Stück näher.“

Im Detail ergab die Studie folgende Werte aus den Einsendungen von 38.722 Teilnehmerinnen in 1986, 1997 und 2004 und 19 Jahren Nachverfolgung:
Die Einnahme von Eisen bewirkte einen Risikoanstieg von 3,9%, Magnesium 3,6%, von Zink 3,0%, von Multivitaminpräparaten 2,4%.
Beeinflussende Faktoren auf die Sterblichkeit wie Alter, Wohnort, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Körpergewicht, Hormonersatztherapie, körperliche Aktivität und Rauchstatus waren herausgerechnet worden.

Diese Analyse bestätigt frühere Untersuchungen, wie die CARET-Studie in den 90ern. Hier stieg die Lungenkrebsrate bei Rauchern und Asbestarbeitern, die Provitamin-B-Tabletten einnahmen, um 28 Prozent, statt wie vermutet zu sinken. Die Studie wurde abgebrochen.

Auch 2008 wurde die amerikanische SELECT-Untersuchung zur Selen- und Vitamin E-Krebsprävention bei über 35.000 Männern über 50 Jahren abgebrochen, da sich kein Schutzeffekt zeigte.

Dafür kristallisiert sich aber in einer steigenden Zahl von Metastudien heraus, dass körperliche Aktivität und Normalgewicht wesentliche Faktoren sind, welche Krebsentstehung verringern, Herz-Kreislauf fördern und Alzheimer-Demenz bremsen.
Also – weiterhin Treppensteigen und regelmäßiges aerobes Kreislauftraining an der Schwelle zum anaeroben Stoffwechsel..