Fit bleiben Teil 2

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Fit bleiben -Teil 2

Fit bleiben
Heilpflanze Berberitze aus www.biolib.de

Fit bleiben, Diabetesvorbeugung – Noch ne Pille –
wieder fliegt ein Jahr an uns vorbei, die guten Vorsätze zum Jahresanfang sind oft schon wieder im Alltag untergegangen.Der Leibesumfang schwillt wieder an, die Puste geht beim Treppensteigen aus…

Nun steigt in unserer Gesellschaft das Alter der Berufstätigen immer weiter. Damit vermehrt sich aber bei der arbeitenden Bevölkerung auch die Zahl der Zipperlein und der ernsten Erkrankungen.

Und das will keiner von uns Betroffenen, die in der Alterspyramide immer weiter oben stehen.

Was kann ich tun, um fit zu bleiben? Was ist sinnvoll? Wie bekomme ich es in meinem schon völlig verplanten Alltag, der eigentlich 25 Stunden haben müsste, unter? Wie entspanne ich mich und beuge Burn Out vor? Was soll ich essen?

Mannigfach sind die Studien, die uns Rat zur Tat geben wollen, allerdings fragt man sich auch manchmal, wer die Studie finanziert hat – und ob das einen Einfluß aufs Ergebnis – oder die publizistische Aufbereitung hat.

Aber einige Kernaussagen sind durch Metastudien mit zig zehntausenden Probanden fundiert.

So wurde eben eine Metastudie veröffentlicht, die nachwies, dass körperliche Aktivität neben vielen anderen positiven Einflüssen auf Blutdruck, Durchblutungsstörungen, Altersdemenz etc. sehr wohl auch den Stoffwechsel günstig beeinflusst.

Erstaunlicherweise verringert Bewegung auch das Erkrankungsrisiko an Blutzuckersteigerung (Diabetes).

„Ein zuvor eher lauffauler Mensch, der aktiver wird und fünf Jahre lang täglich circa 10.000 Schritte zurücklegt, kann seine Insulinsensibilität verglichen mit einer Person, die 3.000 Schritte an fünf Tagen pro Woche geht, um das Dreifache verbessern.

Nun kann man das umsetzen in die Aussage einer Kollegin:

“Alltags-integrierte Fitness”, also Treppe statt Aufzug, Fahrrad oder zu Fuß statt motorisiert …wer sich so regelmäßig bewegt, hat automatisch auch weniger Gewichtsprobleme … das ist das ganze Geheimnis für gute, da diabetesfreie Lebensqualität bis ins fortgeschrittenere Alter.“

Ich hatte vor einiger Zeit mal empfohlen, lieber die Treppe zu nutzen, statt des Fahrstuhls.

„Jede Treppenstufe verlängert das Leben um eine Sekunde“ – und mich dann gefreut, im Treppenhaus im Baustaub Ihre Fußabdrücke zu sehen und Ihnen zu begegnen.

Mittlerweile begegne ich niemandem mehr auf der Treppe, und die Stufen sind blitzeblank.

Schade.
RÜCKENSCHMERZ

Was ich mir auch im Arbeitsalltag wünschen würde, wäre ein „Fitness Point“, an dem man sich zwischendurch mal wieder fit machen kann.

So sind Rückenschmerzen eine Pein für die meisten von uns. Ob im Lendenbereich mit Folge „Hexenschuß“ oder im Brustbereich, wo das Atemzentrum liegt mit der Folge „Druck auf der Brust, nicht tief durchschnaufen können“.

Da wäre es sehr hilfreich, sich an einer fest-installierten Stange mal kurz aushängen und die Wirbelsäule und arg strapazierten Bandscheiben strecken zu können.

Der Weckeffekt ist beachtlich und anhaltend.

Falls Sie zuhause die Möglichkeit haben, sich am Treppengeländer fest zu halten, und die Beine dabei baumeln lassen können, dann machen Sie das bitte täglich.

SEHKRAFT erhalten

Und zum Schluß noch ein Rat für Ihre Sehkraft: Essen Sie öfter grüne Gemüse. Diese enthalten Lutein, und das soll vor der Makula-Degeneration (AMD) schützen.

Zitat: „Es ist zu vermuten, dass in etwa zehn Jahren über eine Million Deutsche an einem Spätstadium von AMD erkranken werden“, prognostiziert Professor Dr. med. Christian Ohrloff. „Diesen Patienten drohen massive Einschränkungen der Lebensqualität und der vollständige Verlust des Augenlichts“, so der Direktor der Universitäts-Augenklinik in Frankfurt am Main.

Nebenbei: Besonders gefährdet für AMD: Raucher…

Tun Sie sich etwas Gutes und essen Sie mehrfach pro Woche leckeren Spinat, der hat unter anderem viel Lutein. Das beim Spinatverzehr entstehende Nitrat ist mitnichten ein Teufelszeug, sondern wirkt sich positiv auf Herzmuskel und Herzkranzgefäße aus. Beugt somit dem Herzinfarkt vor..

Noch ne Pille

Je älter man wird, desto mehr achtet man auf seine Gesundheit. Und – schön bequem ist ja die Einnahme von Pillen, um die Gesundheit zu erhalten.

Besonders wenn ich mit amerikanischen Freunden/Kollegen zusammen bin, staune ich immer wieder über die Zahl der begeistert geschluckten Pillen, für die keine medizinische Indikation besteht.

In den vergangenen Jahrzehnten war der „Papst“ des Dogmas „Viel hilft viel“ Linus Pauling; der zweifache Nobelpreisträger predigte in seinem 1986 veröffentlichten Buch „How to Live Longer and Feel Better“ dass wir zusätzlich zur Nahrung eine hohe Dosis Vitamin C und andere Vitamine einnehmen müssten, um gesund zu bleiben und unser Leben zu verlängern.
Er versprach nun eine Verlängerung von zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren, selber nahm er 1992 noch morgens drei gestrichene Teelöffel reines Vitamin C (rund 12 Gramm), noch vor dem Frühstück in einem Glas Orangensaft aufgelöst, abends je eine Vitamin-E- und eine Vitamin- A-Kapsel, eine Super-B-Tablette sowie eine mit weiteren Vitaminen und Mineralien ein.
Immerhin wurde er 92 Jahre alt.
Zahlreich ist die Schar seiner Anhänger, die auch professionell die Vitaminkapseln vermarkten.
Inzwischen mehren sich aber die Studien – Metastudien mit zigtausend Teilnehmern – bei denen Zweifel an der Wirksamkeit – und sogar eine schädliche Wirkung der Vitaminüberdosierung gefunden wird.

Die jüngste Veröffentlichung wurde soeben in Springermedizin besprochen: Hier untersuchte J. Mursu von der Universität Ost-Finnland, das Verhalten und die Sterblichkeit von 41.836 US-Amerikanerinnen im Alter von 55 bis 69 Jahren.

Lediglich die Einnahme von Kalziumpräparaten senkte die Sterblichkeitsrate.

„Eisen, Magnesium, Zink und Kupfer, aber auch Folsäure, Multivitaminpräparate und Vitamin B6 brachten die Probandinnen tendenziell dem Tod ein Stück näher.“

Im Detail ergab die Studie folgende Werte aus den Einsendungen von 38.722 Teilnehmerinnen in 1986, 1997 und 2004 und 19 Jahren Nachverfolgung:
Die Einnahme von Eisen bewirkte einen Risikoanstieg von 3,9%, Magnesium 3,6%, von Zink 3,0%, von Multivitaminpräparaten 2,4%.
Beeinflussende Faktoren auf die Sterblichkeit wie Alter, Wohnort, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Körpergewicht, Hormonersatztherapie, körperliche Aktivität und Rauchstatus waren herausgerechnet worden.

Diese Analyse bestätigt frühere Untersuchungen, wie die CARET-Studie in den 90ern. Hier stieg die Lungenkrebsrate bei Rauchern und Asbestarbeitern, die Provitamin-B-Tabletten einnahmen, um 28 Prozent, statt wie vermutet zu sinken. Die Studie wurde abgebrochen.

Auch 2008 wurde die amerikanische SELECT-Untersuchung zur Selen- und Vitamin E-Krebsprävention bei über 35.000 Männern über 50 Jahren abgebrochen, da sich kein Schutzeffekt zeigte.

Dafür kristallisiert sich aber in einer steigenden Zahl von Metastudien heraus, dass körperliche Aktivität und Normalgewicht wesentliche Faktoren sind, welche Krebsentstehung verringern, Herz-Kreislauf fördern und Alzheimer-Demenz bremsen.
Also – weiterhin Treppensteigen und regelmäßiges aerobes Kreislauftraining an der Schwelle zum anaeroben Stoffwechsel..

Beweg Dich!
Turne bis zur Urne

Kürzlich wurde im British Medical Journal Open eine Metastudie bei 167.000 Personen (fünf Detailstudien) zu den Folgen längeren Sitzens veröffentlicht.

Die Forscher fanden, daß tägliches langes Sitzen die Lebenszeit um mehrere Jahre verkürze. Ihre Schlussfolgerung war, dass man sein Leben um zwei Jahre verlängern könne, wenn man weniger Sitzen würde.

Nun muß man als „Arbeiter der Stirn“ aber seine Arbeitszeit im Büro verbringen und muß sie dort in Grenzen auch gesundheitsfördernd gestalten.

Also: Stehen Sie öfter auf, machen Sie kurze Gymnastikpausen, telefonieren Sie im Stehen, nutzen Sie alle Möglichkeiten, sich zu bewegen.

Hierzu gehört auch das Treppensteigen. Sportmediziner haben soeben verkündet, daß 400 Treppenstufen am Tag sich so gut auf den Körper auswirken wie 15 Minuten Joggen. Allerdings bedeutet das auch cirka 20 Stockwerke….

Dies wirkt sich nicht nur günstig auf das Herz-Kreislaufsystem aus, sondern durch die Pendelbewegungen auch auf die Bandscheiben.

Es sollte Ihnen auch zu denken geben, dass Megastudien ergaben, dass Berufstätige, die mindestens zehn Jahre in sitzenden oder ohne Energie verbrauchenden Berufen arbeiten, ein doppelt so hohes Risiko haben, an Dickdarmkrebs zu erkranken.

Ebenso steigt die Rate an folgenden Krebserkrankungen: Nieren, Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen- oder Gebärmutterhalskrebs, sowie Diabetes.