Pronghorn Gabelhornantilope

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Pronghornjagd
Mittelalter Pronghorn Bock

Pronghorn

Pronghorn oder auch “antelope” werden auf Englisch die einzigen Vertreter der Familie Antilocaprinae genannt. Vom Aussehen ähneln sie sehr stark afrikanischen Antilopen.

Auffällig ist die Gabelung der Hörner, englisch “prong” genannt. Damit sind Antilocapra americana ein Unikum, kein anderer Hornträger weist eine Gabel auf.

Daher werden sie im deutschen Schrifttum auch als Gabelhornantilopen bezeichnet. Als weitere Besonderheit wird jedes Jahr der Schlauch abgestoßen und durch einen neuen ersetzt.

Dabei wächst das neue Keratin von dem säbelartigen, ungegabelten Knochenzapfen von oben nach unten.

Die Höhe der Gabelung ist für den waidgerechten Jäger wichtig, sie sagt deutlich das Alter des Bockes an. Mindestens eine Lauscherhöhe muß die Gabel haben. Ist darüber noch eine weitere Lauscherlänge beim Horn gegeben, hat man mit ziemlicher Sicherheit einen reifen Bock vor sich.

Wer Wert auf eine starke Trophäe legt, muß die Spitzen beachten. Ähnlich wie beim Gams ergibt nur ein gut gehakelter Schlauch eine gute Länge. Auch die weiblichen Tiere haben schwache Hörner, allerdings sind diese bis auf seltene Ausnahmen nur knapp lauscherhoch und nicht gegabelt.

Das nordamerikanische Rekordbuch Boone and Crockett führt als stärkste Trophäe einen Bock aus Arizona mit 19 1/2 Inch Hornlänge und 7 3/4 Inch Umfang bei 7 1/8 Inch langen Gabeln auf. Üblich sind 14 1/2 Inch Länge. Alles über 15 Inch, gleich 38,1 Zentimeter, liegende wird als kapital betrachtet.

Zur Unterscheidung bei jüngerem Wild dient der für die Böcke typische dreieckige, schwarze Fleck unter den Lauschern.

Das Wild hat etwa Damwildgröße, die Böcke wiegen 50 – 70 Kilogramm. Nachdem sie vor der Eroberung des mittleren Westens durch die Weißen in Millionenzahl vorkamen, wurden sie ähnlich den Bison unbarmherzig verfolgt und abgeknallt.

1908 lebten lediglich weniger als 20.000 Tiere. Dank der folgenden Vollschonung erholten sich die Bestände auf heute mehrere hunderttausend Antilopen. Sie ziehen von der kanadischen Provinz Saskatchewan über die Staaten des Mittleren Westens der USA bis nach Mexiko ihre Fährte. Je weiter südlich in den USA, desto stärker werden die Pronghorn Antilopen, die stärksten Trophäen werden im nördlichen New Mexiko und Arizona erlegt.

Die Lebensspanne des Wildes ist relativ gering und erreicht meist nur acht Jahre.

Das dichte und steife Haar ist dick und nicht sehr haltbar. Mit seiner gekammerten, luftgefüllten Struktur ist es dem Haar des Ren (Rangifer tarandus) und der Gams ähnlich  und führt zu hervorragenden Isolationswerten. Gemsen sind zoologisch auch die nächsten Verwandten dieser Tierart.

Diese Isolierung brauchen die Tiere auch in den eisigen Wintermonaten, wenn arktische Schneestürme vom Norden über ihren Lebensraum, die offenen Prärien des mittleren Westens der Vereinigten Staaten, fegen.

Die Unterwolle fehlt fast völlig. Beim Präparieren der Decke muß man sehr vorsichtig vorgehen, um das spröde, leicht brechende Haar nicht zu beschädigen.

Im letzten Teil des Rumpfes sind die Haare weiß und fast doppelt so lang. Jedes einzelne wird von einem Muskel kontrolliert und kann bei Gefahr aufgerichtet werden.

Die Reflexion der Sonne von der plötzlich optisch verdoppelten Fläche signalisiert allen Pronghorn in Sichtweite die drohende Gefahr.

Der Augensinn ist hervorragend entwickelt, man vergleicht ihn mit der Vergrößerungsstärke eines achtfachen Glases. Sich bewegende, kleine Objekte können noch auf sechs Kilometer Entfernung bemerkt werden. Die leicht hervortretenden Lichter gewähren gute Sicht nach vorn und weitgehend auch nach hinten. Da ihr Lebensraum die weiten, rollenden Prärien sind, ist es nicht leicht, auf Schußweite an starke Stücke heranzukommen. Auch der Geruchssinn ist gut entwickelt, am wenigsten ausgeprägt ist das Gehör.

Die Gabelhornböcke sind bekannt für ihre hohe Geschwindigkeit, sie erreichen normalerweise 40 bis 50 Meilen = 64 bis 80 Km/h, bestätigte Berichte wiesen auch schon 65 Meilen in der Stunde = 104 Km/h nach! Der Anblick der in gestreckter Flucht über die mit Beifuß bewachsene Steppe rasenden Antilopen ist beeindruckend. Allerdings können sie nicht springen und haben daher Probleme, Zäune zu überwinden.

Die Brunft liegt im September und Oktober, dann ist auch Jagdzeit. Diese ist in den einzelnen Jagdzonen unterschiedlich gestaffelt, dauert aber meistens nur ein bis zwei Wochen. Während dieser Zeit sind die Böcke dauernd auf den Läufen und suchen nach brunftigen Stücken.

Mehrere Möglichkeiten der Bejagung sind gegeben. Die simpelste und unsportlichste ist Umherfahren und beim Anblick aus der abgewandten Seite des Autos Aussteigen.

Die zweitsimpelste ist sturer Ansitz an bestimmten Stellen wie Senken und abwarten, bis ein Bock in Schußweite kommt.

Spannend und aufregend kann man die Pirsch mit gelegentlichem Verharren an günstigen Geländepunkten gestalten, bei der man oft eine gehörige Distanz robbend zurücklegen muß.

Nicht nur zum Robben muß man richtig gekleidet sein. Feste, wind- und dornendichte Kleidung, die ebenfalls Knie und Ellenbogen gut schützt, ist nötig.

Im Boden wachsen kleine Opuntien Kakteen mit unangenehmen Stacheln. Mir half völlig unkonventionell eine Lederschürze für Schweißer, die ich vorn in der Mitte bis zum Schritt geschlitzt und deren so entstandenen beiden Beinlinge hinten mit Gummilitze zusammengefügt hatte. Dazu ergaben Knieschoner vom Baumarkt, ursprünglich zum Fliesenlegen gedacht, und Leinengamaschen eine undurchdringliche “Ritterrüstung”, die ich auch bei der Begegnung mit Klapperschlangen sehr wohltuend empfand.

Ein rasantes Kaliber oder ein Geschoß mit gestreckter Flugbahn empfiehlt sich bei Schußentfernungen, die häufig um 300 Meter liegen. Allerdings darf das Geschoß nicht zu leicht sein, da oft ein eisiger Sturm durch die rollenden Prärien fegt. Die Seitenabweichung wird bei seitlich einfallendendem Sturm unkalkulierbar.

Da kniehohe Beifuß Büsche Schüsse im Liegen oft sehr erschweren, ist ein stativähnliches Zweibein zum Ausklappen am Vorderschaft eine große Hilfe.

Das Wildbret muß geborgen und verarbeitet werden. Wer es zu seiner Schande nicht selber zerlegen und portionieren kann, greift auf die Hilfe von Lohnschlachtereien zurück, die dies für 30 bis 50 Dollar übernehmen und bei Nichtbedarf auch das Wildbret an Bedürftige verteilen. Das Wildbret schmeckt in der Prärie nicht besonders. Hier sind sage brush = Beifuß die Hauptnahrung. Sollte aber die Gabelhornantilope am Auslauf von Bergen mit entsprechender Krautvegetation fallen, so ist das Wildbret GAAANZ lecker.

Für den Neuling, der auf eigene Faust jagen will, sind diese im-provisierten Schlachter-Dienstleistungsbetriebe eine sehr gute Anlaufstelle. Sie haben oft Rancher an der Hand, bei denen man jagen darf.

In den USA muß auf Privatbesitz immer eine schriftliche Genehmigung des Landbesitzers vorliegen, um es betreten und bejagen zu können. Die Preise variieren sehr.

Die Erteilung einer staatlichen Abschußlizenz ist der erste Schritt. Für “nonresident”, also nicht im betreffenden US Staat ansässige Personen gleich welcher Nationalität, ist meiste eine bei 10- 30 Prozent liegende Quote der Abschüsse reserviert.

Fast immer ist die Nachfrage größer als das Angebot, daher werden diese “tags” verlost. Man muß sich bei der Wildbehörde die Bestimmungen und Vordrucke besorgen. Diese werden auch ins Ausland verschickt.

Auf dem entsprechenden Vordruck wird der Antrag gestellt und ein Scheck beigelegt. Nun muß man auf eine Zuteilung durch den Computer hoffen. Manche Staaten verlosen einen Teil der Non Resident Lizenzen gegen doppelte Gebühr, dann sind die Chancen deutlich höher.

Details kann man im Internet unter dem Stichwort Fish and game, Pronghorn Hunting und Nennung des Staates erforschen.

Da für die die Trophäe gilt: Je weiter nach Süden desto stärker, hat man auch in den südlichen US-Staaten eine größere Nachfrage und geringere Chance, gleich eine Lizenz zu bekommen.

Man kann aber so Bonus Punkte (meist bis zu drei) sammeln und dann in den Folgejahren eine deutlich höhere Chance auf Zuteilung einer Lizenz erhalten.

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